"Der Schatten des Adlers", Leseprobe


Im Osten erwacht der Morgen.
Mit wachsender Kraft
steigt aus dem Schatten der Nacht
die grau schimmernde Felswand.

Kaum ihrer Helle bewusst,
der sie sich nun gegenüber sieht,
ist sie schon ihrer Schattenlosigkeit gewiss.

Ein Adler streift an der Wand entlang.
Mit seiner lichtabgewandten Seite
ist er dieser Wand ein Etwas aus Schatten,
der seinen flüchtigen Schriftzug hinterlässt.

Dem Adler selbst ist seine Lichtseite
wie sein Schattenwerfen ein Nichts,
von der Lichtseite her zum Erscheinen gebracht.

Auf der Helle der Wand
deutet ein flüchtiger Schriftzug
das Fernste.

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Josef Pedarnig, Lienz
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